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Musterfall Vorzeitige Rente aus einem Versorgungswerk

Viele Selbstständige, die ihre Altersvorsorge über ein berufständisches Versorgungswerk aufbauen, stellen sich oder Ihnen die folgende Frage: Wie kann ich schuldenfrei in Rente gehen, ohne ab sofort schmerzhafte Einschnitte in meiner verfügbaren Liquidität zu spüren?

Erfahren Sie hier, wie Sie die Berechnung der Vorteilhaftigkeit einer vorzeitigen Renteninanspruchnahme zur Lösung von Liquiditätsproblemen schnell, einfach und nachvollziehbar für Ihre Mandanten abbilden.

Fallbeispiel:
Ihr Mandant, ein niedergelassener Arzt, 60 Jahre alt, möchte mit 65 in Rente gehen, hat aber noch Finanzierungen auf der Praxis und auch das Eigenheim ist noch nicht abbezahlt.

Folgende Lösung bietet sich an:
Er führt seine Praxis wie geplant bis zum 65ten Lebensjahr fort, beantragt aber seine Rente aus dem Versorgungswerk schon ab dem 60ten Lebensjahr.

So gewinnt er ab sofort einen deutlichen Zuwachs an Liquidität: die vorgezogene Altersrente plus den ersparten Beitrag in das Versorgungswerk. Er hat diesen Liquiditätszuwachs ab sofort, dafür eine geringere Altersrente sein ganzes künftiges Leben lang. 

Die Frage, ob sich diese unumkehrbare Entscheidung für Ihren Mandanten wirklich lohnt, lässt sich nur im Rahmen einer umfassenden Finanzplanung sicher beantworten. Wie Sie vorgehen, um den Break-Even-Zeitpunkt für den vorzeitigen Abruf der Altersrente herauszufinden, zeigt Ihnen unser aktueller Musterfall. 

Wenn Sie gleich den Musterfall herunterladen und in Ihre Version von PriMa plan oder PriMa rente importieren möchten, dann gehen Sie direkt zu den Downloads.

Wenn Sie keine Vollversion von PriMa plan oder PriMa rente haben, dann bestellen Sie hier die aktuelle Demoversion von PriMa plan und hier die aktuelle Demoversion von PriMa rente Selbstverständlich lässt sich der Fall auch in die Demoversion importieren, dort ansehen und bearbeiten.

Geeignet für:

Fallbeschreibung

Ihr Mandant Herr Viktor Versorgungswerk, ein niedergelassener Arzt im Alter von 60 Jahren, hat ein Problem. Er glaubt, dass er bis zum Erreichen seiner Rentenzeit mit 65 seine Praxisfinanzierung und sein Eigenheimdarlehen nicht getilgt haben wird. Er kommt daher zu Ihnen und fragt besorgt, wie lange er wohl weiter arbeiten muss, um schuldenfrei in Rente gehen zu können.

Dazu hat er selbst auch eine Idee: Er könnte doch die Altersrente bereits jetzt mit Abschlägen in Anspruch nehmen. Dadurch würde er ab sofort die Beiträge ins Versorgungswerk sparen und hätte jetzt schon seine Altersrente. Beides, den ersparten Beitrag und die vorgezogene Altersrente, würde er dann zur Tilgung seiner Darlehen nutzen.

Ihm ist bewusst, dass sich dadurch seine Altersversorgung dauerhaft verschlechtert. Daher bittet er Sie auszurechnen, ob sich dieser - unumkehrbare - Schritt für ihn finanziell lohnt.

Hinweis:
Dieser Bitte können Sie eigentlich nur im Wege einer umfassenden privaten Finanzplanung unter Einbeziehung der Einkommensquellen neben der Altersrente beantworten. Die folgenden Berechnungen sind nur als Einstieg in die umfassende Vollplanung zu betrachten. 

Erfassung

1. Erfassung der Ausgangslage Rente ab 65

A Mandanten-Stammdaten

  • Wenn noch nicht geschehen, legen Sie den Mandanten neu an: Mandanten-Stammdaten, Mandant, Ehepartner, Kinder
  • Karte "Zeiträume": Bitte legen Sie drei Zeiträume fest:
    a) das Erwerbsleben bis zum Jahr vor dem vorzeitigen Ruhestand, hier also bis zum 59. Lebensjahr
    b) Die Zeit zwischen dem vorzeitigen und dem planmäßigen Eintritt in den Ruhestand (hier: 60. bis 64. Lebensjahr)
    c) Die Zeit ab dem planmäßigen ersten Rentenjahr (hier: 65. Lebensjahr)
  • Auf der Karte "ESt-Berechnung" erfassen Sie das Grundeinkommen (zu versteuerndes Einkommen Vorjahr) ohne Berücksichtigung der Beiträge zum Versorgungswerk (hier: € 100.000) und ab dem 65.ten Lebensjahr die geschätzte Höhe der steuerpflichtigen Einkünfte im Rentenalter (hier: € 20.000). Dies ermöglicht die Berücksichtigung der Steuereffekte auf Basis der korrekten Progression.

B Private Daten

Auf der Karte "Altersvorsorge" geben Sie das Versorgungswerk mit den monatlichen Beiträgen und der planmäßigen Rente ab 65 ein. Die Rentenzahlung erhalten Sie auf den regelmäßigen Mitteilungen oder auf Anfrage vom jeweiligen Versorgungswerk.

Hier:
aktueller Beitrag: monatlich € 1.055 und
Rente ab 65:        monatlich € 3.879

Änderung im Vergleichsszenario

2. Erstellung des Szenarios
Kopieren Sie die Ausgangslage und erstellen Sie ein neues Szenario mit dem Namen "Versorgungswerk ab 60". Bitte wählen Sie die Option "neues Szenario anlegen und relevante Daten ... übernehmen".

3. Änderungen im Vergleichsszenario

A Mandantenstammdaten

Ändern Sie auf der Karte "Zeiträume" unten den gewünschten Rentenbeginn; sie verlegen ihn 5 Jahre vor und setzen die neuen - früheren - Jahreszahlen ein.

B Private Daten

Auf der Karte "Altersvorsorge" ändern Sie im Versorgungswerk

  • das Datum "Rente ab" und
  • setzen die neue - niedrigere - Rentenhöhe von € 2.817 monatlich ein. Auch diese erhalten Sie wieder per Auskunft vom Versorgungswerk.

Ihr Mandant verzichtet also durch die frühere Auszahlung auf € 1.062 Rente monatlich. Dies ist ein Rentenabschlag von ca. 27 %.

Alle anderen Daten bleiben unverändert!

Hier erhalten Sie die ausführliche Fallbeschreibung inklusive Anleitung für die Eingabe der Vergleichsrechnung. Am besten drucken Sie die Fallbeschreibung einfach aus. Dann dient sie Ihnen als "Schritt-für-Schritt"-Anleitung für Ihre eigenen Fälle. 

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Ergebnis

Nach der Erfassung der obigen Daten wechseln Sie in das Ausgangsszenario zurück und rufen Sie die synoptische Auswertung auf.

In der  8-seitigen Auswertung sehen Sie sich (ohne Ihren Mandanten) die tabellarische Auswertung des privaten Liquiditätskontos an. Der Break-Even-Point liegt im Jahr 2039: Ab diesem Jahr ist die Variante "Rente mit 65" von der rein liquiditätsmäßigen, kumulierten Betrachtung her günstiger als die Variante des vorzeitigen Rentenabrufs.

Bitte bedenken Sie: Ihr Mandant ist dann bereits 88 Jahre alt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bis dahin die Variante "Rente mit 60" günstiger für ihn sein kann, wenn er die unten stehenden Überlegungen mit bedenkt.


Besprechen Sie mit Ihrem Mandanten gemeinsam nur die folgenden drei Grafiken und unterstützen Sie ihn mit folgenden Hinweisen bei seinen Überlegungen.

Liquidität
Liquidität

Herr V. hat in den ersten 5 Jahren eine deutlich höhere freie Liquidität, weil er die Beiträge spart und sofort die Altersrente bekommt. Allerdings verzichtet er ab dem 6. Jahr jeden Monat auf die Differenz zur Altersrente mit 65 (hier: € 1.062). Abgemildert wird dieser Effekt dadurch, dass er eine geringere steuerliche Belastung wegen seiner geringeren Alterseinkünfte hat, so dass er anfänglich "nur" mit rund € 500 monatlich weniger Einkommen im Alter auskommen muss. Ob er mit diesen geringeren Einnahmen wirklich im Alltag zurecht kommt, müsste die Aufstellung eines Haushaltsplans (im Rahmen einer Vollplanung) deutlich machen.

Insbesondere da es sich um eine unumkehrbare Entscheidung handelt, sollten Sie Ihrem Mandanten unbedingt eine vollständige Finanzplanung ans Herz legen, bevor er sich für die Option der vorzeitigen Altersrente entscheidet. Nur damit können Sie ihm alle Einflussfaktoren auf diese Entscheidung zeigen.

Synoptische Auswertung - privates Liquiditätskonto

Das private Liquiditätskonto zeigt die kumulierten liquiden Effekte nach Steuern der beiden dargestellten Varianten. In dem Jahr, in dem die Linie "Versorgungswerk ab 65" die Linie "Versorgungswerk ab 60" von unten nach oben durchstößt, ist der Break-Even-Point, also in unserem Fall im Jahr 2038. Zeigen Sie dies Ihrem Mandanten und weisen Sie ihn auf das Alter hin, das er bis dahin erreicht haben wird. Markieren Sie dieses Jahr farblich.

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kumulierte Liquidität
Vergleich der kumulierten Liquidität

In den ersten fünf Jahren ist die Steuerbelastung des Herrn V. deutlich erhöht, wenn er die Option "Versorgungswerk ab 60" wählt, weil seine Einkünfte aus der Praxis weiterlaufen UND er die Rente erhält. Dafür hat er in der Zeit ab 65 eine geringere Steuerprogression und einen höheren steuerfreien Anteil seiner Rente.

Steuerbelastung
Vergleich der Steuerbelastung

Nicht zuletzt hängt die Vorteilhaftigkeit der Option "Versorgungswerk ab 60" auch von den Konditionen der Darlehen und ggfs. der Kooperationsbereitschaft der Kreditgeber ab. Dafür sind folgende Fragen zu klären:

  • Ist eine Erhöhung der laufenden Tilgung möglich?
  • Ist bald ein Ende der vereinbarten Zinsbindung in Sicht, zu dem Ihr Mandant eine Sondertilgung leisten und / oder eine neue Tilgungsvereinbarung treffen kann?
  • Wäre vielleicht sogar Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen?

Überleitung zu weiteren Beratungsaufträgen

Wenn die Option "Versorgungswerk ab 60" besser erscheint und von Seiten der Kreditgeber Bereitschaft da ist, (höhere) Tilgungssätze anzunehmen, dann sollten Sie die Option durch eine ganzheitliche Betrachtung der finanziellen Situation Ihres Mandanten noch einmal genauer prüfen, bevor er sich endgültig entscheidet.

Das geht im Wege einer vollständigen Finanzplanung inklusive

  • Analyse der Lebenshaltungskosten,
  • der Verbindlichkeiten
  • der finanzierten Vermögenswerte (Praxis, Immobilien, etc.)
  • der Kapital-Anlagen
  • etc...

Downloads

Hier geht es zur Beschreibung des Falls. Am besten drucken Sie sich das pdf direkt aus. Sie können die Beschreibung auch auf eigene Fälle übertragen.

Hier geht es zum Musterfall als zip-Datei für PriMa plan Version 12.1.1, den Sie in Ihre Version von PriMa plan importieren können.

Hier erhalten Sie den Planungsbericht als pdf.

Hier erhalten Sie den Musterfall als ZIP-Datei für PriMa rente Version 11.0.4
(Den Musterbericht gibt es erst ab Version 11.1.1). 

Hier ist die genaue Anleitung für den Import eines Musterfalls in Ihre Voll- oder Demoversion von PriMa plan oder PriMa rente.

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Terminprüfliste

Mit der Terminprüfliste filtern Sie wichtige Beratungsanlässe aus Ihrem in PriMa plan eingegebenen (!) Mandantenbestand.

Zum Beispiel lassen Sie sich geplante Renteneintritte der nächsten 10 Jahre anzeigen. So erhalten Sie die Mandanten, für die unser aktueller Musterfall in Frage kommen kann.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der aktiven Ansprache Ihrer Mandanten. Bei Anregungen oder Fragen rufen Sie einfach unsere Hotline an unter 0 22 05 / 894 50 - 50 oder senden Sie eine entsprechende E-Mail an die info(at)instrumenta.de.

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